Die Opal® Story | Dave Weil


Im Rahmen der Untersuchung sammelte ich immer wieder Äpfel, um die Lagerungs-eigenschaften zu untersuchen. Ich nahm einen schwarzen Plastikmüllsack und füllte ihn mit ca. 10 kg Äpfeln. Die Äpfel waren nicht geschützt, und so konnten wir gut prüfen, wie die Äpfel einen rauen Umgang überstehen würden. Ich hatte auf der Reise einen Abstecher mit einem Fluss-Jetboot zum Deschutes River zwecks Fliegenfischen gebucht. Ich ließ die Äpfel im verschlossenen Wagen zurück in der Annahme, dass sie bei meiner Rückkehr nach 5 Tagen verdorben seien. Zu dieser Jahreszeit liegt die Tages-temperatur bei knapp sonnigen 32°C. Das bedeutet, die Temperatur im Auto ist ziemlich hoch. Die Äpfel waren jedoch weder weich noch geplatzt. Stattdessen waren sie wohlschmeckend. Das ist mit keiner andere Sorte zu erreichen. So war mein Interesse geweckt.


Im darauffolgenden Testjahr fragte mich Bill Howell, ob er alle Früchte haben könnte, die wir zu Testzwecken nicht mehr benötigten. Ich wurde aufmerksam, da Bill damit beauftragt ist, alle Früchte zu testen, und er jede beliebige Sorte auswählen kann und sich dennoch für 'UEB 32642' entschied. 

So traf ich die Entscheidung, bei Broetjes eine offizielle Testreihe mit ca. 100 Bäumen zu pflanzen. Innerhalb von 2 Jahren ernteten wir die ersten Früchte. Bei richtiger Bewirtschaftung ist der Apfel von erstklassiger Qualität und Größe und auch das Aussehen war akzeptabel.  Wir wollten den Apfel unbedingt fast zur gleichen Zeit wie den ‚Golden Delicious‘ ernten, das allerdings war für diese Sorte zu früh. Wir wussten nicht, dass die Frucht richtig gelb sein muss und die Stärke sich abbaut. Diese spät geernteten Früchte scheinen überhaupt nicht weich zu werden bzw. keine Probleme bei der Lagerung zu bereiten. Ralph Broetje durchschaute das Geheimnis, dass der Opal® Apfel richtig goldgelb sein muss. Nun war unsere Befürchtung, dass man einen goldgelben Apfel für eine überreife, weiche und mehlige Frucht halten könnte. Wir waren umso mehr überrascht, dass die Konsumenten im Rahmen unserer Marketingtests den Opal® nicht mit Golden Delicious verglichen sondern den Opal® wirklich als eine ganz neue Kategorie wahrnahmen. Anschließend erfuhren wir, dass die Geschäfte gerne eine Änderung der Farbe und des Aussehens wünschten, damit sie in der Lage sind, diesen großartigen Apfel eindeutig zu 

erkennen, und ihn nicht mit dem Golden Delicious oder anderen Sorten verwechseln. Unser letzter Test galt dem Aussehen. Die Berostung am Stielansatz gilt in unserem Markt normalerweise als Problem. Wir erfuhren jedoch, dass wir diese optische Wahrnehmung des Opal® falsch einschätzten, und dass der Konsument seine Einkaufsgewohnheiten nicht mehr nach der Optik beurteilt, sondern nach dem Geschmackserlebnis. Es ist wirklich so, dass die Berostung kaum noch wahr-genommen wird sondern als Merkmal dieses Apfels gilt. Nun, da die Kunden Wert auf Aroma legen und sich 12 Monate lang von einer Lieferung der Äpfel in gleichbleibender Qualität über-zeugen konnten, sind wir nun im Rennen.